Prof.
Christian Friedrich Ludwig (Ritter von) Förster

Pionier der Wiener Stadterweiterung, Erbauer des Palais Todesco

* 1797   † 1863

 

Wer ist Christian Friedrich Ludwig Ritter von Förster?

Baukünstler des Historismus, Techniker und Unternehmer

Kurzfassung zusammengestellt auf der Grundlage des Familiebuches von Rudolf Förster-Streffleur aus 1932 und der Werkdokumentation erstellt vom Institut für Städtebau der TU Wien 1985, Vorstand O.Univ.Prof. Dr. mult Rudolf. Wurzer

Ludwig Ritter von Förster wurde 1797 in Ansbach/Bayreuth geboren und stirbt 1863 in Gleichenberg
In der Werksdokumentation sind über 65 teils hervorragende Bauten und Entwürfe aus den Jahren 1820 bis 1863 aufgelistet und näher beschrieben.

Ab 1816 Studium an der Akademie der bildenden Künste zunächst in München, dann in Wien als Schüler von Peter von Nobile

1828 Leiter einer artistisch lithographischen Anstalt in Wien
Herausgabe einer Sammlung von Handzeichnungen aus der Albertina

1832 Gründung einer Zinkgießerei – in Wien ein Novum - später auch Eröffnung eines Zinkbergwerkes in Böhmen

1836 Begründung von „ Förster’s Allgemeine Bauzeitung „ lange Zeit das international führende Fachorgan für neuzeitliche Fortschritte in der Baukunst. Bis heute wichtige Quelle für Architektur-, Bau-, Technik- und Verkehrsgeschichte

1837 Inhaber der „Artistischen Anstalt“ und Betrieb einer Druckerei mit bis zu 140 Beschäftigten
Über die folgenden 2 Jahrzehnte erstrecken sich Försters Pläne und Entwürfe für die dringend notwendig gewordene Stadterweiterung in Wien.

1840 Engagement im neu gegründeten NÖ. Gewerbeverein

Ab 1842 ordentlicher Professor der Baukunst an der k.k. Akademie der bildenden Künste, später ao. Professor von Metternich befürwortet

1846 Förster bringt seinen späteren Schwiegersohn Theophil Hansen aus Athen nach Wien und erleichtert es ihm, hier Fuß zu fassen.

Ab 1848 langjähriger und einflussreicher Wiener Gemeinderat
Vorstand des „Arbeiter-Comites“, Entwürfe für soziale Arbeiterwohnungen
Beteiligung an Eisenbahn- und diversen anderen Bauten als Unternehmer

Ab 1855 langjähriger Vorstand des Österr. Ingenieur- und später auch Architektenvereins
Klassenpräsident der Jury bei der Pariser Weltausstellung
Ritterkreuz der Ehrenlegion und goldenes Verdienstkreuz mit der Krone

1858 Offizielle Ausschreibung von Plänen und Entwürfen zur Erweiterung der Inneren Stadt Wien aufgrund kaiserlicher Entschließung. Es gab 400 Bewerbungen aus ganz Europa, 85 kamen in die engere Wahl. 3 Plänen wurde ein Preis zuerkannt. Das tatsächlich verwirklichte einmalige städtebauliche Konzept der Wiener Ringstraße kam den Plänen vom Preisträger Ludwig Förster am nächsten. Er darf somit als der Vater der Ringstraßenidee bezeichnet werden und hat bis zu seinem frühen Tod den Bau zahlreicher Ringstraßenpalais organisiert und geplant.

Als erstes verwirklicht wurde das hervorragende Palais Todesco sowie die sogenannte Sirkecke heute Hotel Bristol.

Die Devise im Försterschen Familienwappen „recta via optima via“ – der rechte Weg ist der beste Weg - hat dabei eine nicht unwesentliche Rolle gespielt.

1863 stirbt Förster. Die Ringstraßenidee wird in den folgenden 20 Jahren durch die Errichtung von Monumentalbauten rundum vollendet. In diesem Zusammenhang seien die noch heute geachteten Architekten von Sicardsburg, van der Nüll, Semper, Hasenauer, Fersterl, Hansen und Schmidt erwähnt.

Die Wiener Ringstraße und ihre Prachtbauten sind bis heute ein mit keiner anderen Weltstadt vergleichbarer Anziehungspunkt. Im Jahre 2015 wird das Jubiläum 150 Jahre seit der feierlichen Eröffnung durch zahlreiche Aktivitäten gebührend gefeiert.

Ludwig Förster ist hingegen – von wenigen Einzelstellen in der Fachwelt abgesehen – etwas in Vergessenheit geraten.

Mögen diese Zusammenstellung seiner bemerkenswerten Vielseitigkeit und die Gedenktafel an der Fassade des Palais Todesko das ein wenig ändern .

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